Jahresbericht 2003 des Vereins Straßenkatzen e.V. 

Finanzen
Aus den Einnahmen-Überschuss-Rechnungen der Jahre 2002 und 2003 können Sie ersehen, wie sich unsere Einnahmen und Ausgaben zusammengesetzt haben.
Mit großer Freude konnten wir feststellen, dass wir 2003 durch gestiegene Einnahmen auf der einen und fast konstante Ausgaben auf der anderen Seite weniger Verlust gemacht haben als im Vorjahr.

Allerdings hat sich in letzter Zeit ein Problem ergeben, das uns Kopfzerbrechen bereitet; nennen wir es mal „Altlastenproblem“.
Straßenkatzen e. V. hat in den letzten 10 Jahren ungefähr 1500 bis 2000 Tiere tätowieren und/oder mit einem Chip versehen lassen, die auf den Verein registriert wurden.
Ein Teil dieser Tiere wurde vermittelt, ein anderer Teil – vor allem scheue Tiere – wurden wieder ausgewildert.

Nun kommt es immer wieder vor, dass eines dieser ausgewilderten Tiere (z. B. nach einem Unfall) von anderen Tierschutz-organisationen zum Tierarzt gebracht und behandelt wird.
Wenn dann festgestellt wird, dass das Tier auf Straßenkatzen e. V. registriert ist, bekommen wir die Rechnungen präsentiert; schließlich sei das ja unser Tier.

Für uns ist klar, dass Tierarztrechnungen bezahlt werden müssen und dass kein Tier aus finanziellen Gründen im Stich gelassen werden darf. Trotzdem halten wir diese Fälle für problematisch. Natürlich wurde das Tier irgendwann einmal (meist auf die Bitte eines Hilfesuchenden hin) von Straßenkatzen e. V. kastriert und tätowiert; natürlich wurde es dann auch auf uns registriert, aber es ist und bleibt eine freilebende (!) Katze.

Wir springen in vielen Fällen ein, wenn andere Tierschutzvereine oder ähnliche Organisationen nicht handeln können oder wollen. Oft werden wir um Hilfe gebeten, wenn sich 30 und mehr Katzen an einem Platz „angesammelt“ haben und sich sonst niemand mehr in der Lage sieht, das daraus entstehende Problem zu lösen. Das Fangen, Kastrieren, Untersuchen, Behandeln und Tätowieren der Tiere wird dann von uns übernommen und in vielen Fällen bleiben auch die nicht unerheblichen Kosten dafür an uns hängen.

Wie gesagt: es handelt sich um mindestens 1500 (!) Tiere, die wir in den letzten 10 Jahren auf diese Weise betreut haben. Wenn wir diese Tiere wieder auswildern, sind wir selbstverständlich dazu bereit, sie im Rahmen unserer Möglichkeiten weiterhin zu betreuen und dies auch zu finanzieren.

Eines können wir aber nicht akzeptieren: Auf der einen Seite nehmen andere Tierschutzvereine zunächst dankend an, dass wir – gerade was die rechtzeitige Kastration von Katzen und Katern betrifft – sehr aktiv sind und viele Problemfälle übernehmen, die sie – zum Teil trotz Anfrage der Betroffenen – nicht übernehmen wollten oder konnten und dass wir auch an Wochenenden, Feiertagen und in der Nacht erreichbar sind.
Auf der anderen Seite wollen sie die Kosten, die dann entstehen, wenn sie z. B. bei der Betreuung einer verunfallten Katze (was ja ihre Aufgabe ist) aktiv werden, auf Straßenkatzen e. V. abwälzen.
Hinzu kommt, dass einige dieser Organisationen, im Gegensatz zu Straßenkatzen e. V., für ihre Arbeit aus öffentlichen Geldern finanziert und subventioniert werden, das heißt, sie bekommen gerade für die Unkosten öffentliche Gelder, die sie auf uns abwälzen wollen.

Wir betonen nochmals, dass wir uns nicht aus unserer Verantwortung stehlen wollen; wir können es unseren Spendern gegenüber aber auch nicht vertreten, dass andere Tierschutz-vereine auf unsere Kosten sparen wollen.
Wir versuchen, eine Lösung zu finden.

Straßenkatzen e. V. – dein Freund und Helfer
Wir freuen uns sehr darüber, dass auch im Jahr 2003 die Zusammenarbeit mit der Polizei wieder gut funktioniert hat.
In einigen Notfällen wurden wir – natürlich überwiegend nachts – um Hilfe gebeten, und auch wenn ein Unfalltier manchmal nicht mehr zu retten war, so musste es doch wenigstens nicht qualvoll und allein im Straßengraben sterben.

Noch mehr Erfreuliches
Auch im letzten Jahr konnten über 120 Tiere in ein neues Zuhause vermittelt werden. Das ist ein Erfolg, über den wir uns immer wieder ganz besonders freuen.
Noch mehr freuen würden wir uns allerdings, wenn durch die rechtzeitige Kastration von Katzen und Katern manches Jungtier erst gar nicht mehr zur Vermittlung anstünde.

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